Kommentar

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Alle som er interessert i film, har merket seg østerrikeren Michael Haneke. Hans neste film «Cache» handler om fortrengning; nærmere bestemt da fransk politi aksjonerte mot demonstrerende algeriere i Paris, og kastet dem bakbundne i Seinen. Ifølge Haneke druknet 200. Likevel er det ikke blitt snakket om og er ikke kjent. Filmen er ikke om Algerie-krigen og algerierne, men om hvordan denne hendelsen ligger og murrer i den kollektive og inviduelle underbevisstheten. Så skjer noe som river opp de beskyttende lag.

Haneke er intervjuet av to journalister fra Die Zeit. De er ytterst kompetente, og får til en samtale som man aldri ser mer i norsk journalistikk. Dessverre. Språket kan være en barriere, men tysk er et uttrykksfullt språk, med en annen glød enn engelsk. Man trenger ikke forstå hvert ord for å ha utbytte av samtalen.

ZEIT: Der Kern von Caché ist die Wiederkehr des Verdrängten…

Haneke: Ich sage immer: Was unter den Teppich gekehrt wird, wird den Teppich irgendwann in Bewegung setzen. Wir leben alle und permanent mit Schuldgefühlen. Man kann ja gar nicht anders. Das ist eine condition hu2_kommentare. Man wird immer, willentlich oder unwillentlich, schuldig am anderen. Schuld ist dort, wo Leid entsteht. Wir können nicht schuldfrei leben, als Teil einer Gemeinschaft, eines Systems wird man zwangsläufig schuldig. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. Meistens drücken wir uns.

… Det som feies under teppet, vil sette teppet i bevegelse. En nydelig formulering.

Haneke lager alvorlige filmer, med røtter i den europeiske tradisjon
av store filmskapere: Fellini, Godard, Resnais, Bresson, Bunuel. Men idag har alvoret problemer med å slå gjennom. Haneke burde egentlig vært en hip regissør, men budskapet er for alvorlig. En film som «Pianolærerinnen» burde hatt et voldsomt nedslag, men dagens mennesker viker unna. Hvorfor?

ZEIT: Derzeit scheint allerdings eine neue Generation aufzuwachsen, für die Ihr Satz »Wir haben alle ein schlechtes Gewissen« nicht gilt. Eine Generation, die einfach im Einklang mit der Welt lebt, so wie sie ist.

Haneke: Ich halte das für eine Maske, hinter der die pure Angst steckt. Ich höre oft den Satz: Herr Haneke, was sind Sie für ein Pessimist. Muss man denn so etwas erzählen? Mir wird immer vorgeworfen, ich würde mit der Moralkeule hantieren. Moralist ist ja inzwischen ein Schimpfwort geworden. Wenn sich jemand Gedanken über etwas macht, dann ist er irgendwie out. Das wird in den Medien ständig behauptet. Wenn man dann mit den Leuten redet, dann ist es überhaupt nicht so. Von einigen Depperten abgesehen. Ich kann an einer Kritik ablesen, wie alt der Kritiker ist. Ich kann darin ablesen, ob er mit oder ohne das Fernsehen aufgewachsen ist. Ich bin ja ohne das Medium aufgewachsen. Bis nach meinem Studium habe ich kaum ferngeschaut.

Haneke er en europeisk intellektuell. Han snakker om skyld og samvittighet. Det gjør man ikke i Norge, hvis man vil være «in». Der griner man på nesen over slike termer. Eller ordet moral. Jeg finner det interessant at Haneke mener det bak de moderne maskene skjuler seg en stor angst. Jeg finner også støtte for en følelse av at mange av dagens kritikere ikke forstår verden slik jeg gjør. Derfor er de helt uegnet som anmeldere.

Adspredelse

Så sier Haneke noe veldig interessant: Han skiller mellom underholdningsindustri og det han kaller Zerstreuung, adspredelse. Det er egentlig to vidt forskjellige fenomener: Ufortjent er det underholdning som får ta støyten, men det er ikke noe galt med underholdning. Ekte underholdning er ikke noe annet enn det utgir seg for. Men Zerstreuung er noe annet: Adspredelse, avkobling. For det omfatter hele den kommersialiserte kulturen, som nå også den såkalt lødige kulturen er en del av. Det finnes ingen skiller lenger. Ta bare en titt på sendeskjemaet til NRK! Denne kritikken rammer kulturindustrien og dens generaler og fotsoldater, som liker å tro de driver med kultur.

ZEIT: Sie haben einmal von der »Erbsünde der Verdrängung« gesprochen. Besteht für Sie die Erbsünde nicht eher in der Zerstreuung?

Haneke: Die Zerstreuung ist ja eine Form der Verdrängung. Zerstreuung ist der Schuhlöffel, mit dem man die verdrängten Sachen evakuieren kann, ohne dass man es merkt. Zerstreuung ist Betäubung, was man nicht verwechseln soll mit Unterhaltung. Das amerikanische Entertainment wird immer mit »Unterhaltung« übersetzt, dann spielt man Unterhaltung gegen Nichtunterhaltung aus. Das ist Blödsinn. Im strengen Sinn ist die Matthäus-Passion auch Unterhaltung. Aber keine Zerstreuung.

ZEIT: Dann wäre unsere schöne Kultur- und Sinnindustrie also eine Zerstreuungsindustrie?

Haneke: Das ist so. Zerstreuung ist immer eine Flucht, und sie ist auch notwendig. Wenn jemand täglich schwerst körperlich arbeitet und völlig ausgepumpt nach Hause kommt, der will sicher keinen Film von Haneke sehen. Der will etwas sehen, wo er abschalten kann. Deshalb ist das Fernsehprogramm ja so, dass man es nicht abschalten muss. Es muss so sein, dass man selbst dabei abschalten kann. Deswegen ist eigentlich ein Kamin der bessere Fernseher.

En innvending: Haneke mener at vi alle er fanget i liberalismen. Vi vet hvordan tingene er, men kan ikke gjøre noe med det. Es ekelt uns. Vekker en følelse av motbydelighet. Vemmelse. Det er alt vi i Vesten kan. Den spennende filmen skapes i den tredje verden, hvor man har noe å kjempe for. Mener Haneke. Dette blir litt for lettvint i mine ører. Vi har sannelig utfordringer store nok, men har vi store nok kunstnere?

Wir sind doch alle in unserem Liberalismus gefangen. Wir wissen doch um die Dinge, aber trotz des Wissens können wir ja nicht mehr machen, als es auszusprechen. Und wir als Filmemacher dürfen es halt als Film formulieren. Woher kommt heute das interessanteste Kino? Aus der Dritten Welt. Denn die haben etwas, wofür sie kämpfen. Wir beschreiben ja permanent nur den Ekel an uns selber. Das ist schon die höchste Ebene dessen, was erreichbar ist, wenn man hier lebt.

Haneke nevner iraneren Abbas Kiarostami, og visserlig han er en stor kunstner. Hvilket tap for verden at Iran med sin kultur lever under mullahenes åk.

Følelsens gjenising

Haneke har satt opp Don Giovanni på Paris-operaen, på oppfordring og høyst uvanlig. Han er svært glad i musikk. Den har premiere i slutten av januar. I sekvensen om Don Giovanni viser journalistene at de behersker temaet: Don Giovanni representerer modernitetens subjekt. Han vil hele tiden bli avledet, adspredt.

ZEIT: Wir hatten schon das Gefühl, dass es in der Oper vieles gibt, an dass Sie bruchlos anknüpfen können. Don Giovanni ist das erste Subjekt der Moderne. Er ist der Erste, der sich permanent zerstreut und ablenkt.

Haneke: So ist es. Don Giovanni ist Lebenswut pur. Die romantische Deutung von Don Giovanni als Betäuber – die teile ich schon.

ZEIT: Ist er für Sie jemand, der sich nicht zur Liebe entscheiden kann?

Haneke: Nein, nein, das ist keine Frage der Entscheidung; es ist eine Frage der Angst. Es ist die Angst vor Verlust im weitesten Sinn, die Angst vor Selbstverlust. Das tiefste Gefühl ist die Angst.

ZEIT: Beginnt – historisch gesehen – mit Mozarts Don Giovanni die »Krankheit der Gefühle«, oder wie Sie sagen: die lange Geschichte der emotionalen Vereisung?

Haneke: Nein, wenn Sie sich Monteverdis Die Krönung der Poppea anhören – die ist noch viel eisiger. Das ist meines Wissens die einzige Oper der Operngeschichte, in der das Böse siegt. Das ist unglaublich, das gibt es danach nie wieder. Das ist wie Bertoluccis Leichen pflastern seinen Weg. Als am Schluss Klaus Kinski und seine Kumpanen alle niedermähen und dann in den Schnee davonreiten. Es gibt nur ganz wenige Werke in der Geschichte, in denen am Ende wirklich das Böse triumphiert.

Jeg kjenner bare Erling Sandmoes utlegninger på radio, og desslike. Setninger som Don Giovanni ist Lebenswut pur kildrer. Livsraseri. At vi med Don Giovanni ser begynnelsen på følelseslivets sykdom, er en helt annen innfallsvinkel til Mozart, og åpner dører til vår egen tid. Følelsenes tilfrysing, det er bare på tysk det har en egen snert.

»Angst ist das tiefste Gefühl«