Richard Wagner (1813-1883) ville ikke betegne sitt siste verk Parsifal (1882) som en opera, og kalte den selv Bühnenweihfestspiel, som kanskje kan gjengis med Hellig scenefestspill. Første og tredje akt foregår på en langfredag, og Karfreitagzauber – som kanskje kan gjengis med Langfredagsmiraklet, kommer rett før den avsluttende forsoning.





Fremførelsen er ved Bayerisches Staatsorchester under ledelse av Kirill Petrenko, og solistene her er Jonas Kaufmann (Parsifal), Nina Stemme (Kundry), og René Pape (Gurnemanz).

GURNEMANZ:
(schüttet das Flaschchen vollends
auf Parsifals Haupt aus, reibt dieses
sanft und faltet dann die Hände darüber)

So ward es uns verhiessen,
so segne ich dein Haupt,
als König dich zu grüssen.
Du – Reiner!
Mitleidvoll Duldender,
heiltatvoll Wissender!
Wie des Erlösten Leiden du gelitten,
die letzte Last entnimm nun seinem Haupt!

PARSIFAL:
(schöpft unvermerkt Wasser aus dem Quell,
neigt sich zu der vor ihm noch knienden
Kundry und netzt ihr das Haupt)

Mein erstes Amt verricht’ ich so:
die Taufe nimm,
und glaub’ an den Erlöser!

(Kundry senkt das Haupt tief zur Erde;
sie scheint heftig zu weinen)
. (Parsifal wendet sich um und blickt mit
sanfter Entzückung auf Wald und Wiese,
welche jetzt im Vormittagslichte leuchten.)

Wie dünkt mich doch die Aue heut so schön!
Wohl traf ich Wunderblumen an,
die bis zum Haupte süchtig mich umrankten;
doch sah ich nie so mild und zart
die Halme, Blüten und Blumen,
noch duftet’ all’ so kindisch hold
und sprach so lieblich traut zu mir.

GURNEMANZ:

Das ist Karfreitags-Zauber, Herr!

PARSIFAL:

O wehe, des höchsten Schmerzentags!
Da sollte, wähn’ ich, was da blüht,
was atmet, lebt und wiederlebt,
nur trauern, ach! Und weinen?

GURNEMANZ:

Du siehst, das ist nicht so.
Des Sünders Reuetränen sind es,
die heut mit heil’gem Tau
beträufet Flur und Au’:
der liess sie so gedeihen.
Nun freut sich alle Kreatur
auf des Erlösers holder Spur,
will sein Gebet ihm weihen.
Ihn selbst am Kreuze kann sie nicht erschauen:
da blickt sie zum erlösten Menschen auf;
der fühlt sich frei von Sündenlast und Grauen,
durch Gottes Liebesopfer rein und heil:
das merkt nun Halm und Blume auf den Auen,
dass heut des Menschen Fuss sie nicht zertritt,
doch wohl, wie Gott mit himmlischer Geduld
sich sein erbarmt’ und für ihn litt,
der Mensch auch heut in frommer Huld
sie schont mit sanftem Schritt.
Das dankt dann alle Kreatur,
was all’ da blüht und bald erstirbt,
da die entsündigte Natur
heut ihren Unschuldstag erwirbt.