Sakset/Fra hofta

marianne-ludwig

Pastor Marianne Ludwig jobber for berlinpolitiet. Hun var tilstede for å støtte hjelpemannskapene kvelden da terroren rammet Berlin. I dag holder hun gudstjeneste for dem i Gedächtniskirche.

I fjor på denne dagen holdt hun gudstjeneste for politifolkene, tollbetjentene og deres familier, og det ønsket hun å gjøre også i kveld. Men så kom terroren til byen, til julemarkedet like ved kirken. Alt var forandret.

Pastor Ludwig støttet hjelperne tirsdag kveld. Hun lyttet og støttet da hjelpemannskapene gråtende fortalte henne om de grusomme inntrykkene fra åstedet.

Ludwig, som er født i Bad Berleburg, er gift og har tre barn.

gedachtniskirche-vinter

Die Welt publiserer hennes preken under julemessen. Vi oversetter litt av starten, resten er på tysk. „Lukasz, der polnische Fahrer, hat sein Leben für uns hingegeben“

Kjære menighet,

Mandag natt kunne jeg ikke forestille meg hva jeg skulle si til dere i dag. Hvordan fortelle det glade budskap når det grusomme er så overveldende? Når de tallrike tente lys ikke lenger lyser av forventning, men av sorg og medfølelse?

Tiden står ikke stille. Siden mandag har jeg opplevd og hørt om det grusomme som skjedde. Det vil jeg snakke om, fordi det har gitt meg og andre kraft og styrke. Fordi julen kommer ikke av seg selv – selv om vi leser juleevangeliet år etter år. Men den som er villig til å åpne sine øyne og ører for mirakelet vil ikke bli skuffet. Selv om skyggene fra den kvelden prøver å fylle våre hjerter.

Ja, Montagnacht war eine Nacht des Grauens. Es hat uns, zumindest in den Sicherheitskreisen, nicht überrascht. Angehörige von Polizei und Zoll haben eine klarere Vorstellung, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind. Aber sie waren auch überrascht von der spontanen Hilfsbereitschaft, der gegenseitigen Fürsorge und Anteilnahme in jener Nacht und bis heute.

Mindestens zwei Menschen haben Leben und Gesundheit daran gegeben, um zu helfen und vor allem weitere Opfer zu verhindern. Einer der Helfer, Sascha, liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Und Lukasz, der polnische Fahrer, hat – nach allem, was wir heute wissen – darum gekämpft, damit der Lastwagen zum Stillstand kommt. Das ist gelungen. Wir Theologen drücken das so aus: Er hat sein Leben für uns hingegeben.

Deshalb ist jene Nacht auch voller Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit. Polizeikräfte haben sich reihenweise freiwillig zum Dienst gemeldet, um zu unterstützen. Nicht nur hier, rund um die Gedächtniskirche, sondern um den normalen Funkwagenbetrieb aufrechtzuerhalten. Wir Bürger und Bürgerinnen sollten stadtweit nicht ohne Hilfe bleiben, wenn wir die Polizei rufen.

Darum ist jene Nacht eben nicht nur entsetzlich, sondern wir haben auch Grund zu danken. Wie oft habe ich in diesen Tagen pessimistische Stimmen gehört: Unsere Welt wird immer schlimmer. Sie alle sind wie gebannt von dem Schrecklichen. Aber: Wie ist es, wenn wir die Nächstenliebe in den Blick nehmen, die in dieser Nacht so vieles bewirkt hat? Und die den Weg durch die Trauer hindurch bahnt, damit wir heute die Heilige Nacht feiern können.

Wir feiern heute die Geburt eines Kindes. Des Kindes. Hat das irgendetwas mit jener unheiligen Nacht zu tun? Ich möchte Euch zwei kleine Geschichten aus den vergangenen Tagen erzählen.

Mittwoch, am späten Nachmittag, hier an der Gedächtniskirche. Polizeikräfte sichern den Markt. Sie sind seit 4 Uhr früh ununterbrochen im Dienst für uns. Die Tatortspuren sind gesichert, die BSR kann nun die Trümmer räumen. Beamte und Beamtinnen begleiten sie dabei. Ich stehe mit einem von ihnen vor der Stelle, an der der Lastwagen zum Halten kam. Zu unseren Füßen ist noch Blut zu sehen, die BSR braucht ein Spezialmittel. Was bewegt diesen Beamten? Er erzählt nicht vom Kopfkino, sondern von seinem Kind. Am 24., also heute, wird es ein Jahr alt. Er erzählt, wie es heranwächst, es jeden Tag etwas Neues entdeckt, seine Eltern zum Staunen bringt. Am Ende lächeln wir beide, mitten in dieser absurden Situation. Die Weihnachtsbeleuchtung über den Buden wird kurz angeschaltet. Aber es ist das Leben selbst, das in diesem Augenblick aufleuchtet.

Eine weitere Geschichte: Gestern Nacht bei einem Nachsorge-Gespräch auf dem Abschnitt 21. Einer, der als Rettungssanitäter eingesetzt war, erzählt. Wie so viele sagt er von sich, er habe nur funktioniert, wie er es bei schweren Verkehrsunfällen kennt. Nur eines war anders: Die Stille. Es ist die Stille, in der die Zeit angehalten wird. Weil etwas geschieht, was wir nicht fassen können. Gut, das wir dann nicht allein sind.

Er erzählt, wie er in der Nacht nach Hause kommt. Die lange warme Dusche tut ihm gut. Trotzdem findet er nur kurz Schlaf. Denn am Morgen steht seine kleine Tochter am Bett, noch im Schlafanzug, den Teddy unterm Arm. Sie wusste, dass ihr Papa wieder helfen musste, verletzte Menschen zu verbinden. Und fragt ihn: „Papa, war es schlimm?“ Solche Fragen, solche bedingungslose Liebe erweichen auch Herzen, die das Schlimme für eine Zeit erstarren lässt.

Es sind vor allem die Kinder, in denen Gottes Liebe zu uns aufleuchtet. Nicht nur die eigenen, sondern das Christuskind. In ihm finden wir alles verkörpert, was wir zum Leben brauchen: die bedingungslose Liebe. Die Gemeinschaft. Die Dankbarkeit. Die Trauer. Und am Ende: die Hoffnung.

Das Unbegreifliche bleibt. Für all unsere Fragen und Rätsel gibt die Bibel den einen Zuspruch, mit dem jede Predigt endet:

Und der Friede Gottes, der höher und weiter reicht als alles, was wir begreifen, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Es gilt das gesprochene Wort

Die Fürbitten für den Gottesdienst:

Du Gott, kamst in der Nacht zur Welt

In der Nacht, wo das Fürchten wohnt.

Wir bitten Dich:

Stärke unsere Herzen und Sinne,

richte die Gebeugten auf,

damit wir nicht den Hass,

sondern Deine Liebe in die Welt tragen.

Wir rufen zu dir: Herr, erbarme Dich

Du Gott, kamst in der Nacht zur Welt,

in der Nacht, wo der Tod zu Hause ist.

Wir bitten Dich:

Lass die Sterbenden nicht allein

und stehe den Trauernden bei.

Nimm unsere Toten

in Deinen Frieden auf.

Schenke den Verletzten Hoffnung

und den Helfern Deine Ruhe.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich

Du Gott, kamst in der Nacht zur Welt,

in der Nacht, wo auch die Sterne leuchten und der Mond.

Wir bitten Dich,

Nimm hinweg unsere

Furcht vor der Zukunft,

weil sie uns lähmt,

das Notwendige zu tun,

Hilf uns, das Leben in Deiner Schöpfung zu hüten und zu fördern

Stärke unsere Gemeinschaft

Und führe uns auf gutem Wege,

erfüllt von Deiner Freude.

Mest lest

Meyer på jordet