Sakset/Fra hofta

Zygmunt Bauman har skapt seg et navn som en som dissekerer det moderne samfunn som en iskald ordning. Han er opptatt av rasjonaliteten som godt lar seg forene med barbari. Nå viser det seg at Bauman selv har tjent barbariet: han var politisk offiser i sikkerhetstjenesten og fungerte også som spion.

Opplysningene fremkom i en artikkel i det polske tidsskriftet «Ozon» i fjor, og er først nå blitt kjent i Vest-Europa. Bauman deler dermed skjebne med den tyske forfatter Günther Grass, som også ble demaskert i fjor. Han har hele sitt liv fortiet at han vervet seg til Waffen SS.

For både Bauman og Grass gjelder at de begge nok ville blitt tilgitt hvis de hadde stått åpent frem med sin fortid. Men Grass forsto ikke de moralske bebreidelsene han ble utsatt for, og Bauman har opptrådt tilsvarende: han har forholdt seg helt taus. Begge to har levd av sin moralske integritet.

I Neue Zürcher Zeitung trekker Uwe Justus Wenzel parallellen til Paul de Man, belgieren som var en av grunnleggerne av postmodernismen:

Mit Ambivalenzen in der eigenen Biografie muss auch Bauman zu leben gelernt haben. Der 1925 Geborene war in jungen Jahren als – bald hochrangiger – Politoffizier im militärischen Korps der polnischen Staatssicherheit und auch als Spitzel des stalinistischen Geheimdienstes tätig. Bauman gehörte also zum Getriebe des Terrorapparats. Eine seiner zentralen Aufgaben war die Bekämpfung des antikommunistischen Widerstands im Polen der Nachkriegsjahre; eine andere die ideologische Aufrüstung der Rekruten. Das geht aus einem Artikel des Historikers Bogdan Musial hervor, der in der «FAZ» (vom 20. März 2007) zu lesen war und der sich auf ein bereits im letzten Jahr publiziertes Dossier der polnischen Zeitschrift «Ozon» stützt. Bisher hat es Bauman vorgezogen, zu den Enthüllungen zu schweigen. Die «Verstrickung» des jungen Kommunisten freilich ging, falls die von Musial zitierten Dokumente ein zutreffendes Bild zeichnen, weit; und sie reichte tief. Thomas Assheuer vergleicht (in der «Zeit» vom 29. März) den Fall Bauman mit dem des Literaturwissenschafters Paul de Man, der im Belgien der frühen vierziger Jahre mit den deutschen Besatzern kollaboriert und publizistisch den Schulterschluss mit dem Nazitum gesucht hatte. Die postmoderne Literaturtheorie, die de Man später entwickelte, lasse sich durchaus als eine Art Antwort auf Schuld und Schuldgefühl verstehen: «Der Wissenschafter las das eigene Leben als dunklen Text, in dem die Wahrheit nicht zu entziffern und den Nachgeborenen alles moralische Urteilen verwehrt ist.»


Mit Mehrdeutigkeiten leben

Der Soziologe Zygmunt Bauman und seine Vergangenheit