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Jødehat viser seg å være en dårlig omdømmesak internasjonalt. Det fikk Malmø merke. Nå skriver kvalitetsavisen Neue Zürcher Zeitung om jødehatet i Oslo og Malmø og behandler byene på samme nivå. Hva vil det gjøre med Oslos omdømme?

Aldo Keel har lest om Tormod Strands Dagsrevy-reportasjer: at Hitler er blitt et kult navn blant visse muslimer, at det les hånlig når undervisningen skal handle om Holocaust, at jødiske barn trakasseres grovt på og til skolen.

Når det oppgis at Norge har 1.300 jøder og 150.000 muslimer vekker det automatisk noen spørsmål hos mottakeren: med en slike ulikevekt har ikke jødene en sjanse. Hvorfor har myndighetene latt det gå så langt?

Det er disse underliggende spørsmål som er farlige. Malmøs ordfører tar ikke truslene mot jøder alvorlig, og synes sogar de burde ta avstand fra Israel.

For Norges del kan man vise til at Kristin Halvorsen gikk inn for boikott. Nå sist var det biskopene som luftet tanken. At biskoper ønsker boikott av Israel virker sterkt på kontinentale lesere.

Det fremgår av NZZ-artikkelen at myndighetene ikke helt tar jødehatet på alvor. Det nedsettes et utvalg, men man vil ikke se på feks. dekningen av Israel i norske medier.

Med økende utenlandsk oppmerksomhet rundt jødehatet kan det bli flere ubehagelige spørsmål.

Aldo Keel ⋅ In Norwegen sorgen Fernsehreportagen über Judenhass an Schulen für Aufsehen. Da klagt ein Vater, halbwüchsige Muslime hätten seinen Sohn erhängen wollen, weil er Jude sei. Lehrer sprechen von «notorischem Mobbing». Hitler gelte als «coole Nummer», der Westen als jüdisches Protektorat. Lektionen über den Holocaust würden mit Hohngelächter quittiert. Einen üblen Einfluss hätten Fernsehsendungen aus dem Nahen Osten, die per Satellit zu empfangen sind. Szenen einer palästinensischen Station zeigten Kinder im Primarschulalter, die sich bereit erklärten, Juden zu töten, falls es Allah wünsche. Die israelische Politik findet in Norwegen, dem einstigen Friedensstifter, wenig Anklang. Kürzlich erwogen sogar einige Bischöfe der Staatskirche einen Aufruf zu einem Boykott israelischer Waren. In Norwegen leben 1300 Juden und 150 000 Muslime.
Die Reportagen schockierten. Der Generalsekretär des Islamischen Rats und Vertreter christlicher Kirchen statteten der Osloer Synagoge einen Solidaritätsbesuch ab. Die Christliche Volkspartei erinnerte daran, dass sie schon vor Jahresfrist nach einem Handlungsplan gegen den Antisemitismus gerufen habe. Der liberale Abgeordnete und Muslim Abid Q. Raja fragte im Parlament den linkssozialistischen Integrationsminister: «Geniessen Muslime in Norwegen einen speziellen Schutz, den man nicht antasten darf?» Raja legte dem Minister eine Aufklärungstour durch Oslos Moscheen nahe. Doch der Minister winkte ab. Eine Arbeitsgruppe soll sich jetzt des Problems annehmen.
In Schweden steht die Stadt Malmö im Brennpunkt. Sie zählt 265 000 Einwohner, unter ihnen 700 Juden und 60 000 Muslime, die zum Teil im Rosengård-Viertel in elenden Verhältnissen leben. Unlängst untersuchte «Skånska Dagbladet» in einer Artikelserie den grassierenden Antisemitismus. Während des Gaza-Kriegs entlud sich die aggressive Stimmung in gewaltsamen Ausschreitungen. Als auch Malmös Juden auf die Strasse gingen, wurden sie mit Brandkörpern beschossen. Eine 86-jährige Auschwitz-Überlebende erzählte der finnischen Zeitung «Hufvudstadsbladet», wie sie, in eine Gasse abgedrängt, von Knirpsen angeschrien wurde, alle Juden müssten getötet werden.
2009 wurden in der Provinz Schonen doppelt so viele antisemitische Straftaten registriert wie im Vorjahr. Ein Brandanschlag auf die Kapelle des jüdischen Friedhofs, Grabschändungen und fortgesetzte Bedrohung jüdischer Ladeninhaber wurden verzeichnet. Ein Künstler stellte Büchsen mit der Aufschrift «Zyklon B – Giftgas» vor das jüdische Gemeindehaus. Im benachbarten Helsingborg wurde versucht, die Synagoge in Brand zu stecken. Der Palästinakonflikt wirkt sogar in der 6. Liga der Fussballer nach, wo der jüdische FC Hakoah in einer Gruppe mit dem FC Palästina spielen soll und vergeblich um eine Neueinteilung bat. Während des letztjährigen Kampfs gegen den FC Kosovo stürmten Fans der Kosovaren aufs Feld und setzten zur Hetzjagd auf die jüdischen Kicker an, die jedoch von den Spielern des Kosovo-Teams geschützt wurden. Bereits hat der Exodus jüdischer Familien begonnen. «Stellen Sie sich vor, dass ein so phantastisches Land wie Schweden meiner Familie kein Sicherheitsgefühl vermitteln kann», seufzt ein Vater gegenüber «Skånska Dagbladet». Seine Vorfahren seien im 19. Jahrhundert vor Pogromen aus Russland geflohen. Jetzt werde sein Sohn in Malmö auf dem Weg zur Synagoge als «Judensau» beschimpft.
Jeder Kommunalpolitiker müsste ein solches Problem eigentlich reflexartig aufgreifen, schreibt die linksliberale Stockholmer Zeitung «Dagens Nyheter». Doch der sozialdemokratische Bürgermeister Ilmar Reepalu schiebe die Schuld den Opfern zu. Reepalu forderte in einem am Holocaust-Gedenktag veröffentlichten Interview Malmös jüdische Gemeinde auf, sich von den Übergriffen der Israelis in Gaza zu distanzieren. Auch sagte er, es sei nicht Malmös Problem, wenn Juden nach Israel ziehen wollten. Jetzt soll ein Dialogforum Spannungen abbauen.

Nahost im hohen Norden